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Die Prüfung


Guten Abend

Ich bin Außendienstmitarbeiter der DEKRA, zur Zeit abgeordnet nach Hagenow.
Es heißt, dass hier ein Oldtimer abgenommen werden soll.
Wie war doch gleich das Kennzeichen? ((Name des Geburtstagskindes))

Wo ist das Vehikel?
Wo ist das Kennzeichen? Das wäre schon ein Grund, dass man es durchfallen lassen könnte.
Aber wir Beamte im Außendienst sind ja auf alles vorbereitet und so habe ich rein zufällig ein Nummernschild dabei.
Das hängen wir ihm um, dann brauche ich nichts im Bericht zu erwähnen.
Bevor ich jedoch mit der eigentlichen Untersuchung beginne, muss ich Ihnen ein wenig von diesem Oldtimer erzählen.
Es handelt sich, wie unschwer zu erkennen ist, um ein Nachkriegsmodell aus dem Jahre 1956.
In Produktion gegangen ist er schon im Januar 1956, aber da er mit sehr viel Liebe gemacht wurde, ist er erst im Oktober 1956 vom Band gelaufen.
Auch handelt es sich hier nicht um ein Massenprodukt, sondern um ein Unikat.
Es wurde hergestellt im Bett und wurde der Baureihe „Bosse“ zugeordnet, obwohl der Käfer und der Trabi zu dieser Zeit größere Renner waren.
Dann hat er einige Jahre auf der Halde gestanden, bevor er einer gewissen Anita so gut gefiel, dass sie ihn gekauft hat.
Der Preis ist leider nicht bekannt, aber sicher war ein nicht billig, denn es sollte ja eine Anschaffung fürs Leben sein.
Das hat natürlich Spuren hinterlassen.

Wenn wir uns das Modell heute ansehen, so ist der optische Eindruck, trotz einiger Kratzer im Lack, doch noch sehr positiv.
Es handelt sich um ein sportliches Modell, auch wenn die Ralleyestreifen fehlen und auch der CW-Wert so manche Wünsche offen lässt.
Doch insgesamt vermittelt es Zuverlässigkeit.
Im Rahmen sind einige Materialermüdungserscheinungen festzustellen, die sich jedoch in Grenzen halten.
Etwas verbraucht sind allerdings die Stoßdämpfer, weswegen ein Befahren holpriger Straßen vermieden werden soll.
Im Spritverbrauch liegt es etwas über der DIN-Norm, wobei er erstaunlicherweise im Stehen mehr schluckt, als im Stadt- und Landstraßenverkehr.
Einigen Kavalierstarts im Leben haben den Profil stark zugesetzt und zu den sogenannten Spreiz- und Senkstreifen geführt.
Der Motor läuft noch rund auf allen vier Zylindern, die Einspritzdüse funktioniert auch noch.

Der Auspuff gibt keinerlei Anlass zur Beanstandung er funktioniert prächtig.
Der Einbau eines KAT erscheint jedoch, nicht nur wegen der Steuerbefreiung sondern auch wegen des penetranten Geruchs zweckmäßig.
Die Scheiben sind etwas trübe, dieses Manko lässt sich aber mit Hilfe optischer Geräte ausgleichen.
Die Bremse funktioniert prächtig.
Jedes Mal, wenn Anita ihn leicht antippt, steht er.
Insgesamt kann man sagen, dass es sich um einen gepflegten Garagenwagen handelt.
Aufgrund seines Alters weist er einige Mängel auf, die jedoch nicht so gravierend sind, dass man ihm deswegen die weitere Teilnahme am Verkehr verweigern könnte.

Ich freue mich deshalb, ihm die Betriebserlaubnis für weitere 10 Jahre bescheinigen zu dürfen und bitte darum, das Nummernschild regelmäßig zu tragen.
Nächster Termin bei der DEKRA zur Hauptuntersuchung ist im Jahr 2016, den es selbstverständlich wahrzunehmen hat.
Die Untersuchung war ausnahmsweise gebührenfrei.

Hier gehört noch die Version 2 der Prüfung dazu:
Die Oldie Prüfung (2)