: » Gedichte » Ostergedichte » Osterhaesle
Osterhäsle
S' liegt a' Nestle tief im Wald
von Farnkraut ond Gräsle'
viel Blümle send oms Nestle her
ond dort wohnt's Osterhäsle.
Dort sitzt's ond wartet Tag für Tag
bis hört s' Schneeglöckle leute'
no' spitzt's sei Öhrle
denn es weiss scho was des soll bedeute'.
Sei Säckle nemmt's mit Körnle' g'füllt
auf d'Achsel ond fängt s' sprenge'
ond sprengt damit zom nächste' Dorf
dort trifft's a' Trüpple Henna'.
Es macht a' Kompliment ond sagt:
Gute' Tag ih möcht gern Eier kaufe',
hent ihr vielleicht?
No' brauch ih doch für heut net weiterlaufe'.
Die Henna traget Eier her
soviel se kennet lege.
Die tut's Häsle ins Körble nei
ond streut Körnle' dagege'.
Wie endlich isch des Körble voll
sprengt's heimwärts zo seim Nestle
ond macht dort glei a' Feuerle a'
mit Zweigle' ond mit Ästle',
ond färbt die Eier blau und rot
mit Blümle', Gras ond Kräutle'
ond lacht dabei vergnügt ond denkt:
Des freut die kleine Leutle.
Wenn dann der Ostermorge' kommt,
die Kinder froh erwachet
do' hat der liebe Osterhas
a' weite Reis' scho g'machet.
En alle Gärtle isch er gwä
um seine Eier z'brenget.
Du lieber guter Osterhas wie hasch du müssa' sprenga'.
Du lieber guter Osterhas ih möcht gern Dank Dir sage'.
Komm doch au a' mol zo ons
en deine Ostertage!
