Taufgedichte

Mit zarter Unschuld ausgeschmücket

Mit zarter Unschuld ausgeschmücket
Gibst du der Erde holdes Licht
Ein Kindlein noch, so ganz beglücket,
Kennst du dein innres Leben nicht!

Dir lächeln unschuldsvolle Freuden,
Und nichts betrübt dein reines Herz;
Du lebst befreit von jedem Leiden,
Dich trübt kein Gram, kein banger Schmerz.

Du kennst noch nicht der Eltern Sorgen,
Nicht den, der dir das Leben gab;
Dir lacht vom Abend bis zum Morgen
Die Freuden-Sonne mild herab.

O möchte diese Freude immer
So sanft in deiner Seele blühn!
O möchte doch ihr klarer Schimmer
Stets wonnevoll dein Herz durchglühn!

Dir wünsch ich, lieber, zarter Knabe!
Den frommen, reinen Kindersinn!
Er führt dich an der Unschuld Stabe
Gewiss zu deinem Schöpfer hin!

“Lasst doch die Kleinen zu mir kommen!”
So sprach der Gott, der dich erschuf:
“Ich wähle sie aus allen Frommen,
Denn sie gehorchen meinem Ruf.”

Gerechtigkeit und Nächstenliebe
Umstrahle deine Lebensbahn!
Nie werde dir dein Dasein trübe,
Nur Segen wandle dir voran!

O Eltern, pfleget diese Pflanze,
Die euch des Schöpfers Liebe gab;
Dann seht ihr sie in vollem Glanze,
Und wandelt froh zum kühlen Grab.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Noch keine Bewertung)
Autor:

Kommentar verfassen

Klicke hier um einen Kommentar zu schreiben ;-)

Suche

Search
Generic filters
Exact matches only

Neues zum Lesen:

Anzeigen: