Lehrergedicht 03

24. Juli 2019
Kinder, Jugend, Schule
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Wer reitet täglich verzweifelt fast
durch die Stunden mit ständiger Hast?
Wer sind die jagenden, hastenden Reiter?
Es sind die Fachlehrer und Klassenleiter.
Herr Lehrer, Herr Lehrer, halten Sie an,
denn keiner von uns die Aufgabe kann!
Sei ruhig Schüler und red nicht so viel,
wir müssen erreichen des Stundens Ziel.

Herr Lehrer, Herr Lehrer, wir kommen nicht mit,
reiten Sie mal eine Stunde im Schritt.
Sei ruhig Schüler nachmittags um vier
hast Du noch Zeit zu Hause dafür.

Oh Schüler, oh Schüler, Du bist ja so dumm,
drumm widme Dein Leben dem Studium.
Jawohl Herr Lehrer, das wird gemacht,
ich bereite mich vor die halbe Nacht.

Oh Schüler, oh Schüler, ich bilde Dich
ideologisch, fachlich und psychologisch.
Jawohl Herr Lehrer, das tue ich brav
ich brauch keine Freiheit und auch keinen Schlaf!

Willst lieber Schüler, Du gar nicht verstehn,
Du solltest zu jeder Veranstaltung gehn.
Die paar Stunden erübrigst Du schon,
dann bekommst Du auch mal eine Staatsfunktion.

Dem Schüler grauset, er rauft sich das Haar,
doch reitet er weiter Jahr für Jahr.
Erreichet auch endlich das Ziel mit Müh und Not,
tags drauf ist er tot.

Doch hört man heut noch durch Nacht und Wind,
daß der Reiter seine Ruhe nicht find.
Denn in den inneren Gebilden,
muß er sich immer noch weiterbilden.

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