Das Geständnis

Ein Wörtchen muss ich dir verkünden,
Ein leises Wörtchen, dir allein.
Längst fühlt‘ ich es mein Herz entzünden,
Doch schloss ich’s tief im Busen ein –
Du siehst mich fragend an? O schlage
Nur jetzt noch nieder deinen Blick,
Mir weicht der Mut, es treibt die Frage
Ins Innerste das Wort zurück.

Nein, sieh mich an – die Wange glühet,
Und zur Erde sinkt mein Blick.
Mir pocht das Herz, der Odem fliehet,
Und so verscheucht die Furcht das Glück.
Ich kann, ich kann das Wort nicht sagen,
Ob es mein Inn’res gleich verzehrt,
Denn Reue folgt dem kühnen Wagen,
Wenn uns ein blinder Wahn betört.

O möchtest du mich doch verstehen
Und dann dem Schüchternen verzeihn! –
Du lächelst? Kannst du wohl erspähen
Die Quelle meiner Lust und Pein? –
Du nickst mit freundlicher Gebärde?
Du zürnest, Holde, nicht auf mich?
Wohl mir, dem Glücklichsten der Erde!
Geliebte, ja, ich liebe dich.

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