Autofahren

17. Dezember 2012
Lustige Gedichte
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Ich komme aus dem Supermarkt
Vier Tüten in der Hand
Mit Obst, Gemüse, Zucker, Salz
Und Flaschenbier mit Pfand

Die Tüte reißt, die Milch läuft aus
Der Eierkasten bricht
Die Butter bringt ’ne Frau zu Fall
Und landet im Gesicht

Von dieser Dame, die versucht
Dem Weißbrot zu entgeh’n
Dabei hat sie den Fahrradfahrer
scheinbar überseh’n

Der fährt geschickt am Ei vorbei
Und bremst dann im Gelee
Doch da die Dame ihn verfehlt
Stoppt ihn erst ein Coupé

Der Salto durch das Faltverdeck
Gibt ihm zwar nicht den Rest
Doch hat der gute Mann dabei
Die Handbremse gelöst

Das Auto war gut eingeparkt
Trotzdem kommt es auf trab
Denn dieser Parkplatz wiederum
Geht links recht steil bergab

Zudem hat sich Olivenöl
Am Reifen gut verteilt
Und eine Dose Corned Beef
Das Bremspedal verkeilt

So fährt das Sportcoupe von selbst
Denn bremsen kann es nicht
Und nach erstaunlich kurzer Zeit
Ist es schon außer Sicht

Der Radler steckt noch fest im Dach
Und ist am Kopf lädiert
Doch geht der gute Mann ja wohl
Von Bord wenn es gefährlich wird

Jetzt rutscht das Auto in den See
Direkt auf ein Kanu
Und fährt dadurch mit neuem Schwung
Auf eine Mauer zu

Der junge Mann springt grade noch
Heraus aus dem Gefährt
Und reißt dabei zwei Esel um
Ein Zebra und ein Pferd

Die Wand gehört nämlich zum Zoo
Durch den jetzt – ungewollt
Das führerlose Cabrio
Mit Tempo fünfzig rollt

Die Mauer kracht, zehn Papagei’n
Aus einem Pavillon
Zu fünfzehntausend Mark das Stück
Die fliegen gleich davon

Zu Fuß verlassen Dromedar,
Kamel und Bär sofort
Mit einem Königspinguin
Im Schlepp den Unfallort

Gefolgt von Löwe, Krokodill
Mandrill und Känguruh
Auch Nilpferd, Pander, Pavian
Giraffe, Marabu

Sie alle laufen in die Stadt
Und auf die Autobahn
Das größte Chaos im Verkehr
Das man sich denken kann

Das Auto übrigens bleibt stehn
Im Elefantenhaus
Beim Aufprall geht die Hupe an
Und leider nicht mehr aus

Die Elefanten denken sich:
Das muß ein Bruder sein
Und stimmen fast zwei Stunden lang
In die Fanfare ein

Dann ist sie leer die Batterie
Die Tiere sind k.o.
Ein solches Open-Air-Konzert
Gab’s lange nicht im Zoo

Jetzt sitz‘ ich hier im Kurhotel
Im Sessel ganz bequem
Und rechne mal den Schaden aus
Von vorne – woll’n mal seh’n:

Das Missgeschick im Supermarkt,
Der Radler und die Frau,
Der Parkplatz wird rekonstruiert
Und ist bereits im Bau.

Ein Mountainbike, ein Cabrio –
Ferrari noch dazu –
Der See wird wohl neu angelegt,
Zwei Bäume, ein Kanu,

Die Mauer und der Pavillon,
Die teuren Papageien,
Ach ja, das Elefantenhaus
Das wird nicht billig sein.

Was haben denn die Tiere noch
So alles angestellt?
Zweihundert Autos waren Schrott,
Ein Kaufhaus, ein Hotel,

Die Straßenbahn, der Hauptbahnhof
Sowie das Schauspielhaus,
Das sah am Ende alles doch
Recht mitgenommen aus

Dann kam ja noch die Bundeswehr
Und sammelte allein
Sechs Tage und sechs Nächte
Alle Tiere wieder ein.

Jetzt hab‘ ich alles mal notiert
Und ziehe einen Strich,
Dann wird das Ganze noch addiert –
Oha, das läppert sich!

Das macht mir aber gar nichts aus,
Da mach‘ ich mich nicht krumm.
Ich rufe nur Herrn Kaiser an,
Denn ich bin ja nicht dumm.

Zum Glück bin ich versichert!
Und geht mal was entzwei,
Dann wird nur kurz gekichert,
Dann kommt ein Herr vorbei.

Der sagt nur „aber gerne“
Und zahlt die Reparatur,
Da kriegt man keinen Ärger
und jedes Jahr ’ne Kur!

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