Wintergedichte

Das bisschen Licht am Winterfenster

Der Schnee liegt auf der Erde Bauch,und im Kachelofen die Kohle glüht.
Doch im Zimmer blüht ein Fliederstrauch, der sich von Herzen zu blühen müht.
Das bisschen Licht am Winterfenster, lockt statt der blüten nur Blütengespenster.
Der Ofen, der voll Kohlen dahockt, kann nicht die Sonne reinholen.
Der Flieder kläglich blüht und dankt, wie einer, der täglich blüht und dankt.
Wie einer, der täglich dem Wahn nachwankt, geliebt zu sein, und glüht auf daran.
Wenn auch im Grund ihm der Glaube krankt,
schon beim leisen Druck deiner Hand.
Hinter beeisten Hecken,
hinter weißen Dornenverstecken, lag der bleiblaue Winterqualm.
Der erdrückte den Tag.
Kein Schneehalm von der Stelle rückte.
Der eisige Helle tat den Augen weh,wie Glassplitter schmerzte der Schnee.
Doch das Eis verschwand an jenem Ast,wenn dein Finger nur leicht hingefasst.
Schon beim leisen Druck deiner Hand,
zerstäubt jeder eisige Spuck.

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