Ostergedichte

Karsamstag

Der Morgen graut, der Horizont erglänzet! —
Im Himmel aber trohnt der alte, Gott,
Was Sünd‘ versäumet, Liebe hat ergänzet,
Erlöst die Welt ist durch des Heilands Tod.
Und wieder atmet duftig die Natur,
Erneutes Leben kehrt in alle Herzen,
Vom Schrecken selbst entschwindet jede Spur,
Zum Segen werden bald die bittern Schmerzen.
Inbrünstig flehend heben sich die Hände,
Dank steiget innig zu dem Himmel auf,
Daß Gott hernieder Seine Engel sende,
Durch Christi Blut besiegelt ist der Kauf.
Man höret „Gloria in excelsis Deo” singen,
Ernst mahnen Orgeltöne an des Himmels Nähe,
Weithin die Glocken alle herrlich neu erklingen,
Wohlriechend steigen Weihrauchdüfte in die Höhe.
Geschlossen mit der Kirche ist der Friedensbund,
Zum Opfer bieten sich die Herzen freudig dar,
Beseligt rufet, „Alleluja” jeder Mund,
Und Reue, Vorsatz, Glaube, — alles wird jetzt wahr.

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