Ostereier von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Einer
Die Mutter schlich sich heimlich fort –
Ich hab‘ sie geseh’n,
Mit einem Körbchen schien sie dort
Zum Garten zu geh’n.

Alle
Zur Osterfeier
Da suchen wir Eier,
Husch, husch,
Im Dornenbusch,
Flugs, flugs,
Im grünen Buchs.

Mutter.
Nun suchet! Es sind nur Euer drei –
Sechs Eier hab‘ ich versteckt.
Nun suchet! Es kommen auf Jeden zwei,
Wenn jeder sein Teil entdeckt.

Der Erste
Gefunden, gefunden ein blaues!

Der Zweite
Und hier ein gelbes, ein graues!

Der Dritte
Und ich ein wundernettes,
O seht doch, ein violettes!

Der Erste
Und wiederum eins,
O sehet doch meins,
Meins ist das schönste von allen,
So purpurrot wie Korallen!

Der Dritte
Kommt alle herbei!
Seht, welch ein Ei!
Seht, seht, o seht,
Was hier auf diesem geschrieben steht!

Mutter
„Willst du des Fundes genießen,
Lass dich kein Suchen verdrießen!“

Der Dritte
O liebe Mutter, wir danken dir
Für die schönen Ostereier;
O liebe Mutter, o hätten wir
Doch bald wieder Osterfeier!

Alle
Zur Osterfeier
Da freu’n wir uns sehr,
Da suchen wir Eier
Die Kreuz und die Quer!
Husch, husch,
Im Dornenbusch,
Flugs, flugs,
Im grünen Buchs,
Husch, husch, husch, husch!
Flugs, flugs, flugs!

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