Christbaum

Und einen Tannenbaum für alle Welt,
Der immergrün die hohen Zweige breitet,
Den hat der wahre Christmann aufgestellt,
Und dran ein Theil für Alt und Jung bereitet.

Er wurzelt tief in dunkler Erde Schooß,
Doch ragt sein Haupt bis in des Himmels Sphären;
Er grünt am Eis des Nordens weit und groß,
Wie er sich spiegelt in des Indiers Meeren.

Dran hat der Herr durch seiner Engel Hand
Die ew’gen Stern‘ als Lichter angezündet;
So strahlt im Glanz er über Meer und Land,
Und leuchtet hell, wenn Mond und Sonne schwindet.

Erkennt ihr nicht den immergrünen Baum?
Sein Nam‘ ist Hoffnung seit uralten Zeiten;
Sollt‘ er nicht auch – nicht nennt es eitlen Traum –
Um euer Haupt die duft’gen Zweige breiten?

Und aufgehängt an seinen Aesten ist
Manch gold’nes Glück, manch silberhelle Freude;
O schaut ihn an – und euer Herz vergißt,
Was je ihr duldetet in Furcht und Leide.

Und uns’re Wünsche und Gedanken sehn
Wir allzumal an seinen Zweigen hangen;
Doch nimmer reicht zu ihren fernen Höhn
Der Menschen Hand, noch irdisches Verlangen.

Drum zu dem heil’gen Christ an jedem Tag
Aufrichten wollen wir die Händ‘ und flehen:
Du wollst uns geben, was uns frommen mag,
Und wollst mit Lieb‘ auf deine Kinder sehen.

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