Die heiligen drei Könige des Elends

Über einem Häusel, ganz weiß beschneet,
Golden ein flimmernder Funkelstern steht.

Weiß alle Wege, die Bäume alle weiß,
Milde des goldenen Sternes Gegleiß.

Gelb aus dem Fenster ein Lichtschein schräg
Über das Gärtchen, über den Weg.

Sieh, da über den Feldweg quer
Stakt ein steingrauer Alter her,

Ganz in Lumpen und Flicken getan,
Und hält vor dem Hause an.

Haucht in die Hände und sieht sich um,
Blickt zum Sterne und wartet stumm.

Kommt von der andern Seite an
Wieder ein alter zerlumpter Mann.

Geben sich beide stumm die Hand,
Starren zum Sterne unverwandt.

Kommt ein dritter und grüßt die zwei,
Raunen und tuscheln und deuten die drei.

Blicken zum Sterne, blicken zur Tür;
Tritt ein bärtiger Mann herfür:

Kamt in Mühen und Sehnen weit;
Geht nach Hause! Es ist nicht die Zeit . . .

Senken die Köpfe leis und gehn
Müde fort. Es hebt sich ein Wehn,

Hebt sich ein Stürmen, Wirbeln, Gebraus,
Und der goldene Stern löscht aus.

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