Einsame Weihnacht

Ein alter Mann mit weißem Haar,
verbringt Advent auch dieses Jahr
voll Hoffnung auf die Weihnachtszeit
und seine Kinder, die so weit.
In seiner stillen, alten Klause
hofft er auf Trubel dann zu Hause.
Er hofft auf Enkel, Tochter, Sohn,
die nun seit vielen Jahren schon
nur selten zu Besuch erscheinen.
Er Hofft auf frohes Kinderlachen,
will selber ihnen Freude machen,
er hofft auf eine Weihnachtstanne
auf Lichterglanz und Teepunschkanne.
Da kommt der Brief; „Wir kommen nicht!
Die weite Fahrt – aus unser Sicht –
die lohnt sich nicht!
Doch wünschen wir dir alles Gute
das Hänschen kriegt diesmal eine Rute,
weil er so oft die Ruhe stört
und nicht auf unsere Worte hört!“
Am Heiligabend, so um zwei, sagt Hans bei Tisch so nebenbei:
„Was wird den wohl der Opa machen?
Der hat doch sicher nichts zu Lachen!
Der wird heut Abend einsam sein…
Seid ihr im Alter auch allein?“
Der Vater sieht die Mutter an,
die nickt ihm zu, steht auf… und dann..
sagt Vater zu dem kleinen Hans
„Den Stollen und die Weihnachtsgans
gibts diesmal, wo der Opa wohnt… ich meine, daß die Fahrt doch lohnt.“ Der alte Mann mit weißem Haar hörts draußen klopfen, „Ist das wahr?
Kann ich mich heute doch noch freu`n
und brauche nicht allein zu sein?“
Der Weihnachtsbaum ist schnell geschmückt
und drunter, aus der Krippe blickt
am Abend froh das Christkind.
Es sieht, daß alle glücklich sind.

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