Weihnacht

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Tief eingeschneit auf weißer, weiter Fläche
Die Armenkaten liegen, strohgedeckt.
Kalt geht die Luft. Es stocken schon die Bäche.
Häschen schläft fest im lockern Schnee versteckt.

Da eilt es knirschend her in weitem Bogen:
Ein eifrig Englein in geschäftiger Hast.
Von allen Seiten kommt es nachgezogen,
Nie trugen Engel noch so schwere Last.

Durch Spalt‘ und Ritzen schlüpfen sie behende
In alle Hütten flink und frisch hinein
Und füllen lauter blaugefrorne Hände
Mit roten Äpfeln, Kuchen, Spielerein.

Dann klingt es wie aus fernen, lichten Hallen:
Ehre sei Gott, den Menschen Fried‘ und Glück,
Und, wie’s die Kleinen schüchtern weiterlallen,
Stapft schon die Engelschar im Schnee zurück. –

Ein Kind hat mir’s erzählt. Es hat im Traume
Noch lang‘ gespürt der Engelflügel Wehn,
Und morgens hat es an dem Wiesensaume
Die zarten Spuren noch im Schnee gesehn.

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